U. Shrinivas

U. Shrinivas, geboren am 28. Februar 1969 in Indien, gilt als Meister des karnatischen Mandolinen-Spiels und der E-Violine.

… oder wie die E-Mandoline göttlich wird

Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der im zarten Alter von sechs Jahren heimlich, still und leise die Mandoline seines Vaters entdeckte und seinen musischen Neigungen freien Lauf ließ. Die Rede ist von U. Shrinivas (eigentlich Upalappu, wird aber nur U. genannt), geboren am 28. Februar 1969 in Andra Pradesh/Indien, der heute als Meister der E-Violine die karnatische Musik in einer einzigartigen Frische und Leichtigkeit spielt, dass kein Zuhörer auch nur eine Minute vom Spiel des Mandolinenmeisters ablässt.

Die karnatische Musik bezeichnet die klassische südindische Musik. Daneben gibt es die hindustanische Musik, das ist die nordindische klassische Musik. Die Klassik gehört, neben der Volksmusik und der Popmusik, zu den drei Hauptbereichen der indischen Musikkultur.

Doch wie ging es weiter mit dem Wunderknaben. Sein Vater, der das Talent des Sohnes erkannte, lehrte ihn dass, was er selbst auf der Mandoline spielen konnte. Schon bald wurde der Musiker Subbaraju zum Lehrmeister des jungen Shrinivas, wenn auch auf ungewöhnliche Weise, denn Subbaraju beherrschte das Spiel auf der Mandoline nicht. Shrinivas sollte folglich spielen, was er von Subbaraju vorgesungen bekam. Auch diese Herausforderung nahm er an. Als Wunderkind im Spiel der Mandoline wurde er schon bald gefeiert und das weit über die Grenzen Indiens heraus.

Wie viele seiner indischen Musiker Kollegen war es ein Anliegen für ihn, die indische Musik in die Welt hinaus zu tragen. Seinen ersten Auftritt hatte er mit neun Jahren, 1978 auf dem Thyagaraja Aradhana Festival. Im Jahr 1983 nahm er an den Berliner Jazztagen teil und startete knapp ein Jahr später seine erste weltweite Konzerttournee. Die Musik wurde zu seiner Passion und die Schulbildung erfolgte in erster Linie durch Privatlehrer. Seitdem tourt er durch die Welt und veröffentlicht Alben, die den Zuhörer verzaubern. Auch die Lebensfreude und den spirituellen Hintergrund seiner Musik überträgt er auf das Publikum.

U. Shrinivas hat die E-Mandoline, die an eine kleine E-Gitarre erinnert, zu seinem Markenzeichen gemacht. Er stimmte das Instrument so, dass es den Anforderungen an die karnatische Musik gerecht wurde. Die indische Mandoline gibt es als akustisches und als elektronisches Musikinstrument. Vom Äußeren her weicht die akustische indische Mandoline allerdings von der europäischen Mandoline ab, weil sie einen längeren Griff hat und der Bauch auch unterschiedlich geformt sein kann,

U. Shrinivas, der das Erscheinungsbild eines zurückhaltenden und in sich gekehrten jungen Mannes aufweist, strahlt eine Ruhe und gleichzeitig eine Faszination aus, die ihm die Herzen der Musikliebhaber auf der ganzen Welt zu fliegen lässt. Westliche Künstler wie Nigel Kennedy oder Michael Brook begleiten ihn musikalisch ebenso, wie die indischen Künstler Zakir Hussain oder V. Selvaganesh und viele andere. Zahlreiche Auszeichnungen kann der begnadete Mandolinenspieler sein eigen nennen, darunter etliche Verleihungen des indischen Parlaments. Mit dem von ihm 1999 ins Leben gerufenen „Shrinivas Institute of World Music“ (SIOWM) werden Musiktalente auf dem globalen Gebiet der klassischen, modernen und folkloristischen Musik erkannt und gefördert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.