Tansen

Tansen – der Urvater der klassischen nordindischen Musik lebte im 15 Jahrhundert in der nordindischen Stadt Gwalior.

Urmeister der klassischen nordindischen Musik

In der nordindischen Stadt Gwalior, in Madhya Pradesh, findet sich das Grab des Urvaters der klassischen, nordindischen Musik. Das Ehrenmal im Stil der Mogulzeit ist für Gwalior Kulturdenkmal und Erinnerung an einen großen Meister zugleich. Jedes Jahr im November/Dezember findet hier das große Tansen Musikfestival, mit bekannten Klassikkünstlern der indischen Musik, zu Ehren des herausragenden Musikers, statt. Die Gharana von Gwalior gehört zu den berühmtesten Lehrstätten der klassischen Musik.

Geboren wurde Tansen als Tannu Mishra im Jahre 1506. Sein Vater, Munund Miskra, war ein berühmter Dichter seiner Zeit. Schon als kleiner Junge lernte die Tansen die hohe Kunst der klassischen indischen Musik von seinem Meister und Guru Shri Haridas Swama. Dieser Lehrer galt zur damaligen Zeit als einer der besten seines Standes. Tansen folgte seinen Erklärungen und war mit Feuereifer bei der Sache, so dass es selbst den Meister verblüffte.

Sein Weg führte ihn gemeinsam mit seinem Lehrer an den Hof des Hindu-Königs von Mewa und schließlich zum Kaiser Akbar, der ihn zu einem Navaratra erhob, was soviel heißt wie „Einer von neun Juwelen“. Auch der Titel „Myan“, eine weitere Ehrung, wurde ihm vom Kaiser verliehen.

Tansen schuf wesentliche Ragas der indischen Musik, die als Fundament für die heutige Klassik gelten. Auch theoretische Schriften hat der Musiker verfasst. Besonders der strenge klassische Gesangstil „Dhrupad“ wurde von Tansen, während seiner Zeit als Hofmusiker beim König von Mewa, zu seiner heutig gültigen Form revolutioniert. Dieser Gesangstil zeichnet sich dadurch aus, dass ein Gedicht in Versform zu einer vorgegebenen Melodie gesungen wird. Der Inhalt der Verstexte behandelt Erzählungen über den Hindu Gott Krishna und seine Abenteuer. Durch die Verbreitung an den Höfen erweiterte sich das Themengebiet um weibliche Schönheit, Herrscher und Heldentum.

Gerne würde jede der indischen Gharanas ihren Ursprung auf diesen großen Meister zurückführen, aber nur die von Gwalior, seinem Geburtsort kann dies annähernd behaupten. Da es hierüber sehr wenige Informationen und überlieferte Daten gibt, ist als wahrscheinlich anzusehen, dass die Gharanas des Dhrupadgesangs auf Tansen und seinen Lehrer zurückgehen.

Auch die beiden Kinder von Tansen, Bilas Khan und Saraswati Devi, wurden berühmte Musiker. Zahlreiche Nachfahren der Tansen Generationen sind in die Fußstapfen des Meisters getreten. Tansen gilt als größtes Vorbild in der nordindischen, klassischen Musik und seine Verehrung hält auch nach seinem Tod, im Jahre 1589, bis heute ungebrochen an.

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