Mandoline

© Stephan Bock, Flickr
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Die Mandoline ist zwar kein typisch indisches Instrument, sie wird jedoch von vielen indischen Musikern, wie U. Shrinivas, gerne gespielt. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass es unzählige Arten und Variationen dieses Saiteninstruments gibt, das zu der Familie der Lauten gehört.

Das Zupfinstrument wird mit einem Plektron gespielt, einem kleinen Fingerstück, das früher aus Schildpatt gefertigt wurde. Aber auch mit den Fingern werden Mandolinen angeschlagen. Der Name Mandoline leitet sich aus der Form ab, denn die Ähnlichkeit mit einer Mandel ist sehr groß. Die meisten Mandolinen verfügen über vier Saitenpaare (Chöre), diese Instrumente werden auch vierchörige Mandolinen genannt. Üblich ist die Sopranstimmung, wie bei einer Violine.

Bei den vierchörigen Mandolinen werden zwei Hauptarten unterschieden. Die neapolitanische Mandoline ist ein rein akustisches Instrument, hat einen gewölbten Körper und findet Einsatz in der klassischen Musik und der italienischen Folklore. Die Bluegrass-Mandoline sieht eher aus, wie eine Gitarre, ist aber ebenfalls ein akustisches Instrument und wird in der Musikrichtung Bluegrass gespielt. Weit verbreitet unter den vierchörigen Mandolinen sind auch Instrumente, die in der Octavenstimmung abweichen können. Dazu zählen die Mandola, die Piccolo-Mandoline, die Alt-Mandoline, das Mandoloncello und der Tremolobass. Daneben gibt es auch Mandolinen, die vier Chöre zu je drei Saiten, wie die Mandriole oder vier Einzelsaiten, wie die Cremonische Mandoline, vorweisen. Weitere Mandolinenvarianten sind die deutsche Flachmandoline, die Gibson-Mandoline in A-Form mit rundem Schallloch und die E-Mandoline.

Das Spektrum ist sehr vielfältig und für einen Laien nur schwer zu durchblicken. Auch vier- bis sechschörige Mandolinen gehören zu der großen Mandolinen-Familie. Diese ursprüngliche Form des Instruments unterscheidet sich in der Bauweise kaum von einer Laute. Heute ist diese Mandolinen-Art als Barock-Mandoline zu finden. Die Saiten der Barock-Mandoline werden mit einem Federkiel angeschlagen. Gestimmt ist dieses Instrument in Terzen und Quarten. Andere Mandolinenarten, die besonders im 18. und 19. Jahrhundert populär waren, weisen zum Teil auch mehr, als sechs Chöre auf (Florentinische Mandoline, Mailänder Mandoline oder Mandolone).

Die Tradition der Mandoline geht weit bis in das frühe 17. Jahrhundert zurück. Berühmte Komponisten für dieses Instrument waren Vivaldi, Domenico, Scarlatti, aber auch Mozart und Beethoven haben für die Mandoline Stücke geschrieben.

Das Ursprungsland dieser Laute ist Italien, denn man kennt die singenden und ziehenden Mandolinenspieler. Vor allen Dingen in Paris wurde dieses Zupfinstrument um 1750 begehrt gespielt, bevor es seinen Siegeszug auch in Wien antrat. Die Spieltechnik der Mandoline wird Tremolo genannt und stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Hiernach gründeten sich auch die ersten Zupforchester. Heute wird die Mandoline hauptsächlich in Orchestern eingesetzt, sie ist aber auch ein beliebtes Instrument für Solisten. In den 1970er Jahren wurde die Mandoline, durch Folkfestivals und Künstler, wie Mike Oldfield, zu einer populären Angelegenheit, die auch viele junge Anhänger fand. Auch heute noch setzen viele bekannte Rockbands, wie REM oder The Hooters, Mandolinen in ihrer Musik ein.

Quellen und Linktips:

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